Nistkästen bauen leicht gemacht - so geht's

Mit unseren praktischen Anleitungen werden Sie erfolgreicher Nistkasten-Bauherr(in)

Starenhöhlen in altem Obstbaum.            Foto: M. Steininger
Starenhöhlen in altem Obstbaum. Foto: M. Steininger

Nistkästen aufzuhängen ist eine der populärsten Artenschutzmaßnahmen. Seit den Anfängen des Vogelschutzes zählt das Bauen und Anbringen von Nistkästen zu den festen Bestandteilen aktiver Naturschutzarbeit vor Ort.

 

Künstliche Nisthilfen sind da sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen.

 

Für viele kleine und große Menschen ist es zudem ein tolles Erlebnis, selbst einen Nistkasten zu bauen und in den Folgejahren zu beobachten, wie Kohlmeisen, Hausrotschwänze oder Stare darin ihre Jungen groß ziehen. Ein voll ausgebuchter Nistkasten ist allerdings nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden.

Zaunkönige nutzen Nistkästen gerne als kuschelige Winter-Schlafstätten. Foto: NABU
Zaunkönige nutzen Nistkästen gerne als kuschelige Winter-Schlafstätten. Foto: NABU

Kuschelige Quartiere im Winter!

 

Nistkästen erfüllen übrigens auch im Winter wichtige Aufgaben: ob Meisen, Kleiber, Zaunkönige oder sogar Eichhörnchen – selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis schätzten eine warme Schlafstube. Manchem Vogel können die Nisthilfen im Winter sogar das Leben retten. Die Gefahr der Übertragung von Parasiten durch alte Nester sei geringer, als der Nutzen eines warmen Unterschlupfes für die Tiere.

 

Tipp zur Reinigung von Nistkästen:

Wer den Spätsommer als Reinigungstermin verpasst hat, sollte im Herbst keine Nistkästen mehr säubern. Nach dem Ausflug der Vormieter haben sich in vielen Behausungen nun nämlich neue Bewohner einquartiert, die man besser nicht stört. Die Kästen sollten dann erst gegen Ende Februar gereinigt werden oder sie setzen die Reinigung für ein Jahr aus. Befinden sich jedoch noch alte Eier oder gar tote Küken im Nest, sollte man diese wegen der meist großen Zahl von Parasiten und Krankheitserregern unbedingt samt Nest entfernen. Weitere Hinweise finden Sie weiter unten.

 

Nistkasten aus Holz. Foto: M. Steininger
Nistkasten aus Holz. Foto: M. Steininger

Auch ohne Vorkentnisse ist der Bau von Nistkästen einfach möglich!

 

Mit unseren praktischen Anleitungen zeigen wir Ihnen, wie Sie Nistkästen ganz einfach selbst bauen können. Das ist auch ohne Vorkentnisse möglich. Es genügt, wenn Sie Spaß am Basteln und einen Schraubenzieher, Hammer und eine Säge zur Hand haben.

 

Sie sollten im Vorfeld nur überlegen, welche Vögel Sie mit einem Nistkasten erfreuen wollen, denn es gibt eine Reihe verschiedener Kästen für unterschiedliche Vogelarten. Die beiden nachfolgend vogestellten Nistkästen sind wahre "Bestseller" der Vogelwelt: Sie sind einfach zu bauen und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vogel darin brütet, ist hoch. 

 

Der Höhlenbrüter-Nistkasten für Meise & Co.

Ein gerne angenommener Klassiker unter den Nisthilfen

Höhlenbrüter-Nistkasten
Höhlenbrüter-Nistkasten

Zahlreiche Vogelarten brüten in weitgehend geschlossenen Nisthöhlen wie dem auch als „Meisenkasten“ bekannten Höhlenbrüterkasten. Je nachdem, welchen Durchmesser Sie für das Einflugloch dieses Nistkastens wählen, wird dieser von unterschiedlichen Vogelarten bevorzugt:

 

Durchmesser 26-28 mm - Blau-, Hauben-, Sumpf-, Weiden- und Tannenmeise

Durchmesser 32 mm - Kohlmeise und Kleiber

Durchmesser 35 mm - Feldsperling, Haussperling und Trauerschnäpper

Durchmesser 45 mm - Stare

 

Der Gartenrotschwanz bevorzugt ein ovales Einflugloch:

Höhe 48 mm und Breite 32 mm

 

Bauanleitung Nistkasten für Höhlenbrüter
hoehlenbrueter_kasten.pdf
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Die Halbhöhle für Hausrotschwanz & Co.

Für Vögel die es luftig und Nistkastenbastler(innen) die es einfach mögen

Halbhöhlen-Nistkasten
Halbhöhlen-Nistkasten

An alten Hausfassaden aus unverputzen Brandziegeln oder Fachwerk erfreuen sich Vogelarten wie Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Zaunkönig oder Rotkohlchen - denn hier finden sie Nischen und Spalten als Brutstätte und nicht alle Gartenvögel brüten in Höhlen mit kleinem Einflugloch.

 

Doch Fassaden mit natürlichen Nischen und Spalten sind heute oft Mangelware und glatt verputze Hauswände groß in Mode. Doch auch dafür gibt es eine Lösung: mit dem halb offenen Nistkasten, der sogenannten Halbhöhle, können Sie dem Hausrotschwanz & Co. ein gemütliches Heim bieten und ersparen sich zudem das bohren eines Einflugloch. 

 

Die Halbhöhle ist somit auch ein toller Anfänger-Nistkasten zum selber bauen.

Bauanleitung für Halbhöhlen-Nistkästen
halbhoehle.pdf
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Möchten Sie andere Vögel mit einer speziellen Unterkunft beglücken oder Nisthilfen für Schmetterlinge, Igel & Co bauen, gibt Ihnen die NABU-Broschüre "Wohnen nach Maß" für wenig Geld hilfreiche Informationen und Anleitungen. Sie können die Broschüre für 2 Euro zzgl. Portokosten bei uns bestellen oder in der NABU-Regionalstelle in Essen nach voheriger Absprache abholen. Fragen Sie auch gerne nach unseren Bausatz-Nistkästen für Meise und Hausrotschwanz.

Tipps und Tricks rund um Nistkästen:

Materialien

  • Verwenden Sie 20 Millimeter dicke, ungehobelte Bretter. Am haltbarsten ist Eichen-, Robinien- oder Lärchenholz. Auch die einfach erhältlichen Kiefern- oder Fichtenbretter sind akzeptabel, Buchenholz dagegen im Außenbereich eher unbeständig. Sperrholz oder Spanplatten sind nicht witterungsbeständig und daher ungeeignet.
  • Verwenden Sie, wenn möglich, Schrauben anstelle von Nägeln. Das erspart zusätzliches Verleimen und ergibt stabilere und haltbarere Kästen.
  • Bohren Sie vier etwa fünf Millimeter breite Löcher zur Belüftung und Entfeuchtung in den Boden.
  • Verzichten Sie auf Holzschutzmittel, um die Gesundheit der Tiere nicht zu gefährden. Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall können Sie die Außenwände mit Leinöl oder umweltfreundlichen Farben streichen.
  • Bitumenhaltige Dachpappe auf dem Dach ist möglich, wird aber eher nicht empfohlen, da der Kasten trotzdem feucht wird und für Vögel schädliche Substanzen nicht immer ausgeschlossen werden können.

Wohnraum und Maße

  • Der Boden des Nistkastens muss mindestens zwölf mal zwölf Zentimeter Fläche bieten.
  • Damit Katzen und Marder nicht mit der Tatze an die Brut gelangen, sollte sich die Lochunterkante bei einem Höhlenbrüterkasten mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden befinden.
  • Demselben Zweck dient der Überstand des Daches über dem Flugloch. Je größer der Überstand, desto geringer die Chance, dass Prädatoren von oben in das Flugloch hineingreifen können.
  • Auf eine Ansitzstange unter dem Flugloch sollte verzichtet werden. Auch sie würde den Zugang für Prädatoren erleichtern.

Anbringen von Nistkästen

  • Hängen Sie Nistkästen in zwei bis drei Meter Höhe auf (sofern in der Bauanleitung nicht anders beschrieben).
  • Das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite (Westen) zeigen, noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden). Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal.
  • Zur Befestigung an Bäumen eignen sich rostfreie Alu-Nägel oder Schrauben, alternativ feste Drahtbügel, die den Baum nicht schädigen.
  • Damit kein Regen eindringen kann, sollte ein Nistkasten niemals nach hinten, eher nach vorne überhängen.
  • Nisthilfen gleicher Bau- und Zielvorgelart sollten in Abständen von mindestens zehn Metern aufgehängt werden (Ausnahme: Koloniebrüter wie Sperlinge, Stare und Schwalben). So ist gewährleistet, dass die brütenden Tiere auch genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden.
  • Bringen Sie Nisthilfen am besten im Herbst an, damit Vögel, Kleinsäuger und Insekten sie zum Schlafen und Überwintern nutzen können.
  • Zum Anbringen einer Halbhöhle eignen sich geschützte, für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen.

Reinigung

  • Nistkästen sollten nach der Brutsaison gereinigt werden, denn in alten Nestern hausen öfters Flöhe, Milben oder Lausfliegen. Die Reinigung sollte im Spätsommer oder dann erst wieder Ende Februar vorgenommen werden, um Überwinterer wie zum Beispiel den Siebenschläfer nicht zu stören. Da es schwierig ist, den alternativen Zeitpunkt nach dem Winter vor Beginn der Brutperiode abzupassen, sollte man besser die Reinigung für ein Jahr aussetzen, wenn man den Spätsommer-Termin verpasst hat.
  • Tragen Sie besser Handschuhe und nehmen Sie das Nistmaterial nicht in die Wohnung, da Vogelflöhe und anderes Getier auf den Menschen überspringen kann.
  • Es genügt, das alte Nest zu entfernen und den Kasten bei stärkerer Verschmutzung auszubürsten. Verzichten Sie auf Insektensprays oder chemische Reinigungsmittel.
  • Kontrollen während der Brutzeit sollten Sie vermeiden, um die Brut und Aufzucht der Jungvögel nicht zu stören.

Ob Baumläuferhöhle, Schwalbennest, Schleiereulen- oder Mauerseglerkasten - viele weitere Infos rund um das Thema Nistkästen und Nisthilfen finden Sie hier beim NABU Bundesverband.

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Foto: NABU / Marcus Bosch

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