Aktuelle Infos aus der Regionalstelle finden Sie hier: www.nabu-ruhrgebiet.de

Für mehr Naturschutz im Revier

10 Jahre NABU-Regionalstelle im Ruhrgebiet

23. Juni – Da wo früher zahlreiche Schornsteine der Kokereien qualmten und sich Zechenräder drehten, haben sich heute Tiere und Pflanzen vielfältige Lebensräume zurückerobert. Seit vielen Jahren haben sich die NABU Gruppen im Ruhrgebiet auf die Fahne geschrieben, die Natur dieser besonderen Region zu schützen und zu fördern. Mit dem Gedanken dieses Ziel gemeinsam zu verfolgen, schlossen sich vor 10 Jahren viele der NABU Kreis- und Stadtverbände im Ruhrgebiet zum „NABU im Ruhrgebiet“ zusammen, denn Naturschutz endet schließlich nicht an der Stadtgrenze. Koordiniert wird die Zusammenarbeit in der NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet mit Sitz auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. 

 

Die elf NABU-Gruppen aus Duisburg, Gelsenkirchen, Oberhausen, Bottrop, Ruhr, Bochum, Haltern, Marl, Herten, Dortmund und Unna ermöglichen ein sehr breitgefächertes Angebot für an Natur und am Naturschutz interessierte Menschen.

 

Die ehrenamtlich Aktiven halten dabei Tiere, Pflanzen und Pilze im ganzen Revier im Auge und setzen sich auch politisch für die Natur ein. Auf einer gemeinsam organisierten Pflanzentauschbörse werden Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern einmal im Jahr insektenfreundliche Pflanzen und Ideen für den naturnahen Garten vermittelt. 

 

Die Zusammenarbeit als NABU im Ruhrgebiet stärkt die Aktiven der NABU-Gruppen: „Von Fachwissen, Erfahrungen und Erfolgen der Nachbargruppen zu profitieren, sich gegenseitig unter die Arme greifen wenn es mal eng wird, in schwierigen Situationen zusammenzuhalten und dabei nie das gemeinsame Ziel `Mensch und Natur` aus dem Auge verlieren - das ist es, was den NABU im Ruhrgebiet ausmacht und wieso es so wichtig ist, sich zusammenzuschließen“, betont Ortrud Podworni-Michael, Vorsitzende des NABU Oberhausen. 

 

Für Dr. Heide Naderer, Landesvorsitzende des NABU NRW, ist die Zusammenarbeit der NABU-Gruppen im Ruhrgebiet ein wichtiges und gut funktionierendes Netzwerk: „Das Ruhrgebiet hat viele fachkundige Menschen, die sich ehrenamtlich für den NABU engagieren. Dieses Fachwissen und der Austausch untereinander bringen den Naturschutz dort in großen Schritten voran und davon profitiert ganz klar die Natur im Ruhrgebiet.“

 

Unterstützung können die ehrenamtlich Aktiven dabei immer gut gebrauchen. Deshalb freue sich der NABU nicht nur im Ruhrgebiet über jedes neue Gesicht und über jede helfende Hand.

 

Die neue Internetseite der NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet ist nun unter: www.nabu-ruhrgebiet.de zu finden.

NABU-Malwettbewerb geht weiter

Das dritte Thema lautet "Unsere Schmetterlinge"

Zitronenfalter auf Geflecktem Lungenkraut - Zeichnung: Stefanie Gendera
Zitronenfalter auf Geflecktem Lungenkraut - Zeichnung: Stefanie Gendera

Mit ihren bunten Flügeln und dem taumelnden Flug, zählen Schmetterlinge wohl zu den auffälligsten Insekten. Doch auch ihr Lebenszyklus ist ganz besonders: Bevor der Falter von Blüte zu Blüte fliegen kann, lebt er als Raupe und verpuppt sich dann. Erst aus dieser Puppe schlüpft dann der Schmetterling.

 

Hast du einen Lieblingsschmetterling? Wir suchen eure schönsten Schmetterlingszeichnungen. Das beste Bild des Wettbewerbs wird Teil der neuen Schmetterlingsgeschichte des NABU NRW: „Nicola – Ein Schmetterling auf der Suche nach seiner Blume“. Wir freuen uns auf eure Bilder! 

 

Wir suchen eure besten gemalten Schmetterlingsbilder - Einsendeschluss ist der 17. Mai!

 

Hier geht's zum Wettbewerb: www.nabu-nrw.de/malwettbewerb

 

Teste dein Wissen über Schmetterlinge im NABU-Schmetterlingsquiz.

NABU-Malwettbewerb geht in die 2. Runde

Diesmal geht es um den Wolf und andere Tiere des Waldes

Bild von Elena Ludwig
Bild von Elena Ludwig

Am 30. April endet das Wolfsjahr und quasi mit der Geburt der Wolfswelpen starten wir im Mai mit einem neuen Jahr der Wölfe. Auch in NRW sind einzelne Wölfe schon wieder heimisch. Vielleicht lebst Du ja sogar in einem Wolfsgebiet.

 

Ok ok, streng genommen ist der Wolf gar kein Tier des Waldes. Zumindest nicht nur. Er kommt in unserer Kulturlandschaft sehr gut zurecht. Dennoch, auch im Wald ist er unterwegs und begegnet dort auch anderen Tieren, wie Rehen, Wildschweinen, Eichhörnchen oder auch Füchsen, die Du vielleicht schon einmal selbst gesehen hast.

 

Male uns ein Bild von einem Wolf (und hier hast Du freie Hand, welchen Stil du wählst) und du hast die Chance auf einen von zehn tollen Preisen. Mache gerne auch ein Foto und verlinke uns bei Facebook, Twitter und Instagram mit den Hashtags #frühlingistwasdudrausmalst und #maldirnenwolf.

 

Wir suchen eure besten gemalten Wolfsbilder - Einsendeschluss ist der 3. Mai

Hier geht's zum Wettbewerb: www.nabu-nrw.de/malwettbewerb

Frühling ist, was du draus malst!

Der NABU NRW ruft auf zum Malwettbewerb für Groß und Klein

Wintergoldhähnchen - Linda Wefers
Wintergoldhähnchen - Linda Wefers

10. April - Ein außergewöhnliches Frühjahr erleben wir alle derzeit - die Corona-Pandemie stellt die Welt der Kinder und Erwachsenen völlig auf den Kopf. Wir möchten die Zeit Zuhause mit euch gemeinsan ein wenig bunter gestalten und rufen auf zum großen Malwettbewerb. Wir werden euch in den nächsten Wochen verschiedene Themen in Form von Rätseln, Mal-Tutorials und schönen Vorlagen zum Ausmalen näherbringen. Zu jedem Thema können uns Kinder und Erwachsene gerne ein oder auch mehrere Bilder malen und zusenden. Die besten Bilder gewinnen tolle Preise. Also ran an die Buntstifte oder den Farbmalkasten und los geht’s!

 

Thema 1: Unsere Vögel in der Luft und im Garten

 

Wir suchen eure besten gemalten Vogelbilder - Einsendeschluss ist der 19. April

Vögel sind seit jeher die Frühlingsboten der Natur. Wundervolle Lieder trällern sie jeden Morgen von den Dächern der Häuser oder vom Ast des Gartenbaums.

 

Amsel, Rotkehlchen, Blaumeise oder Zaunkönig – Hast du einen Lieblingsvogel? Vielleicht einen, der dich immer beim Lesen auf dem Balkon besucht? Einer, der dich im Garten beim Spielen oder Arbeiten aufmerksam beobachtet? Oder werfe doch mal einen Blick aus dem geschlossenen Fenster, welchen Vogel kannst du beobachten?

 

Hier geht's zum Wettbewerb: www.nabu-nrw.de/malwettbewerb

Termine der NABU-Gruppen im Ruhrgebiet abgesagt

Naturerleben im Ruhrgebiet bis auf weiteres nur noch auf eigene Faust möglich

Exkursionen müssen verschoben werden - Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Exkursionen müssen verschoben werden - Foto: NABU/Sebastian Hennigs

18. März - Wir lieben die Natur und teilen diese Liebe auch gerne mit anderen. Das Coronavirus schiebt dem nun leider einen Riegel vor. Bis auf weiteres finden keine NABU-Naturführungen mehr statt, keine Infostände, Vorträge, Diskussionsabende oder  Versammlungen. 

 

Interessent*innen sollten davon ausgehen, dass derzeit alle Termine abgesagt sind. Die Dauer der Veranstaltungspause lässt sich nicht absehen. Der NABU-Bundesverband hat zunächst seine sämtlichen bis Ende April vorgesehenen Veranstaltungen gestrichen, die Naturschutzzentren wurden geschlossen. Die NABU-Untergliederungen sind aufgerufen, das Gleiche zu tun.

 

Soweit sie nicht von Einzelpersonen durchgeführt werden, sollten Arbeitseinsätze wie Biotoppflege, Anpflanzungen oder Müllsammlungen ebenfalls unterbleiben. Dagegen versucht der NABU, die bereits laufende Betreuung der Krötenschutzzäune aufrecht zu erhalten, solange dem keine behördlichen Anordnungen entgegenstehen.


Erfreulicherweise ist das Erleben der Frühlingsnatur auch auf eigene Faust möglich. Der von Medizinern angewiesene Sicherheitsabstand zur eigenen Spezies verbietet nicht, zum Ausgleich der Natur umso näher zu rücken. Ganz im Gegenteil: Spaziergänge, Erholung im Freien und damit auch Natur-Erkundung sind auch ärztlicherseits ausdrücklich erwünscht.

Krötenwanderung auf Zollverein

Seit zwei Tagen wandern Erdkröten, Kreuzkröten und Molche über die Fritz-Schupp-Alle

Besonders die Erdkröten (Bufo bufo) sind jetzt auf den Straßen unterwegs - Foto: Sarah Bölke
Besonders die Erdkröten (Bufo bufo) sind jetzt auf den Straßen unterwegs - Foto: Sarah Bölke

12. März - Seit gut zwei Tagen wandern mehrere Hundert Amphibien auf dem Zollverein-Gelände aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Die Erd- und Kreuzkröten sowie Berg- und Teichmolche müssen hierfür die Fritz-Schupp-Allee überqueren und werden hier leider häufig Opfer des Straßenverkehrs. Deshalb sammeln freiwillige Helfer*innen zusammen mit der NABU-Regionalstelle seit zwei Tagen die Kröten ein und tragen sie über die Straße. Doch in der Nacht und am frühen Morgen, sind die Kröten und Molche auf sich allein gestellt. Während die Erdkröten jetzt ihre Hochsaison der Wanderung haben, werden die Kreuzkröten vermutlich auch noch den ganzen April lang wandern.

 
Wir möchten daher alle Autofahrer bitten, die Fritz-Schupp-Allee in den kommenden Tagen von 19:00 Uhr bis 06:00 Uhr zu meiden und einen anderen Weg zu nutzen.  

MALZERS Backstube spendet für den Naturschutz

5050 € sollen dem Schutz von Streuobstwiesen im Ruhrgebiet zugutekommen

Christian Scherpel (Geschäftsleiter MALZERS Backstube) überreichte den Scheck an Sarah Bölke (Leiterin NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet) - Foto: Nicole Preuschoff
Christian Scherpel (Geschäftsleiter MALZERS Backstube) überreichte den Scheck an Sarah Bölke (Leiterin NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet) - Foto: Nicole Preuschoff

20. Februar - Einen Scheck über 5050 € überreichte Christian Scherpel, Geschäftsleiter von MALZERS Backstube am vergangenen Donnerstag an Sarah Bölke, die den Scheck stellvertretend für den NABU im Ruhrgebiet entgegennehmen durfte.  Eingesetzt werden soll das Geld für den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen, die viele NABU-Gruppen im Ruhrgebiet ehrenamtlich pflegen.

 

Zusammengekommen war diese Summe durch die Jahreskalender der Backstube, die für eine Schutzgebühr von 50 Cent angeboten wurden. Das besondere an den praktischen Wandkalendern, die es nun schon seit einigen Jahren gibt, sind die Spar-Coupons, die die Kunden in den MALZERS Filialen einlösen können. Der Erlös der Jahreskalender 2020 geht nun an: Gelsenkirchen packt an – Warm durch die Nacht, Kinderglück Dortmund e.V. und den NABU. 

 

Eingesetzt werden sollen die 5050 € vom NABU im Ruhrgebiet für den Schutz von Streuobstwiesen in der Region. Streuobstwiesen sind nicht nur die traditionelle Form des Obstanbaus, sie sind auch Lebensraum für mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten. Leider gehören sie heute zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

 

Sowohl die oft sehr alten Obstbäume mit ihren Baumhöhlen als auch die Wiese unter den Bäumen sind wichtiger Lebensraum für verschiedene Pflanzengesellschaften und Tiergruppen: Vögel, Insekten, Amphibien, Reptilien und Säugetiere sind auf Streuobstwiesen zu finden.

Vögel und Fledermäuse nutzen die Höhlen der alten Obstbäume und jagen auch auf der Streuobstwiese. Igel und Siebenschläfer ernähren sich gerne vom anfallenden Fallobst. Einige Insekten nutzen das Totholz der Bäume, andere wie die Wildbienen, finden Nahrung in Form von Nektar und Pollen der Obstbäume und der blühenden Pflanzen. Streuobstwiesen sind besonders artenreiche Lebensräume. Mit dem Schutz dieser Lebensräume können wertvolle Beiträge zum Erhalt der Artenvielfalt im Ruhrgebiet geleistet werden, denn letztendlich sind es Insekten wie Wildbienen, die fast alle Wild- und Kulturpflanzen bestäuben.

 

Viele der NABU-Gruppen im Ruhrgebiet pflegen diese wichtigen Biotope. Besonders in einem so dicht besiedelten Lebensraum wie dem Ruhrgebiet, eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe. Wir freuen uns daher sehr, über diese Unterstützung und werden die Spende gerne den ehrenamtlichen NABU-Aktiven für die Pflegemaßnahmen zur Verfügung stellen. 

3. Tagung zum Insektenrückgang am 15. Februar

Kenntnisstand, Forschungen und Aktivitäten - Jetzt anmelden!

Auf der Lauer - Foto: NABU/Antje Schultner
Auf der Lauer - Foto: NABU/Antje Schultner

Auch 2020 laden der NABU NRW und das Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) Interessierte, Aktive und Experten aus NRW und darüber hinaus ein, um sich zu Themen rund um den massiven Rückgang der Insekten auszutauschen.

Auf der Tagung werden verschiedene Aspekte und Untersuchungsergebnisse erläutert und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Dabei dienen aktuelle Forschungsvorhaben und Projekte aus dem Naturschutz als Basis um Gegenstrategien zu finden und zu erörtern.

Unser Ziel ist es, viele neue sowie erfahrene Engagierte kennenzulernen, Aktivitäten zu diskutieren und zu verknüpfen und Lösungsansätze für Themen rund um den Insektenschwund zu finden. Dafür wird es, wie in den letzten Jahren, auch einen Ideenmarkt mit Informationsständen und Posterwänden von Projekten und Organisationen geben.

 

Wann: 15. Februar 2020, 09:00-17:00 Uhr

Wo: Institut für Landschaftsökologie der WWU Münster, Heisenbergstr. 2, 48149 Münster

Teilnahmegebühr (inkl. Verpflegung): 25 €, ermäßigt 15 €

 

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter: nrw.nabu.de/insektentagung

Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ startet

NABU und NAJU rufen vom 10. bis 12. Januar zum Zählen auf

Die Zählhilfe erleichtert das Melden der Beobachtungen - Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Die Zählhilfe erleichtert das Melden der Beobachtungen - Foto: NABU/Sebastian Hennigs

6. Januar – Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? NABU und NAJU NRW rufen vom 10. bis zum 12. Januar 2020 zur zehnten „Stunde der Wintervögel“ auf. Bundesweit laden NABU und sein bayerischer Partner der Landesbund für Vogelschutz (LBV) zur Teilnahme an Deutschlands größter Mitmachaktion ein. Dann können Vogelfreundinnen und ‑freunde eine Stunde lang Vögel beobachten, zählen und dem NABU melden. „Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, so Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender und Vogelexperte des NABU NRW. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“

 

In diesem Jahr könnte es zudem interessante Erkenntnisse für den Eichelhäher geben. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Kowalski. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“ Als Grund vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist. Kowalski: „Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die ‚Stunde der Wintervögel‘ könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.“ 

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zehnten Mal statt. Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800 1157-115 geschaltet.

 

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2019 beteiligten sich in Nordrhein-Westfalen mehr als 26.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus über 18.000 Gärten ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Deutschlandweit beteiligten sich über 138.000 Menschen an der Aktion, der Haussperling war auch hier häufigster Wintervogel, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.

 

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de  

 

Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur „Stunde der Wintervögel“ als Widget einbinden. Videos zum Einbinden und Info-Grafiken zum Thema „Wer frisst was?“ stellt der NABU kostenlos zum Abdruck zur Verfügung unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html, Pressefotos zum Download gibt es unter www.NABU.de/pressebilder_stundederwintervoegel.

 

Das begehrte Zechengold ist wieder da

Der Verkauf des Honigs vom Welterbe hat begonnen - der Erlös kommt den wilden Verwandten der Honigbiene zugute

Dr. Heide Naderer und Markus Masuth bei der Enthüllung der neuen Infotafel auf Zollverein - Foto: Nora Scholpp
Dr. Heide Naderer und Markus Masuth bei der Enthüllung der neuen Infotafel auf Zollverein - Foto: Nora Scholpp

 

30. Oktober - Der Verkauf des begehrten Zechengolds, dem Honig vom Welterbe, hat begonnen. Die Bienen auf Zollverein waren fleißig in diesem Jahr, daher können wir Honig im Wert von über 1000€ verkaufen. Der Erlös kommt den wilden Verwandten der Honigbiene zugute, den Wildbienen, von denen es übrigens auch einige Arten auf Zollverein gibt. Mit dem Start des Honigverkaufs enthüllten Markus Masuth (Geschäftsführer RAG MI) und Dr. Heide Naderer (Landesvorsitzende NABU NRW) auch eine neue Infotafel mit Informationen über das Zechengold und wichtigen Fakten zu Honig- und Wildbienen. 

 

Produziert wird der Honig im Rahmen des Kooperationsprojekts „Bienen in der Stadt“, welches der NABU NRW und die RAG Montan Immobilien GmbH gemeinsam durchführen. Die Ernte wächst jährlich, da mittlerweile Bienen in neun Bienenstöcken den Welterbe-Honig herstellen. Bereits seit 2014 lassen die Kooperationspartner, den gesamten Verkaufserlös des beliebten Zechengolds in den speziell für das Projekt eingerichteten NABU-Bienenfonds fließen. Hiervon werden neue Bienenweiden angelegt, heimische Wildbienenarten unterstützt oder Insektenhotels gebaut und aufgestellt. Mit der Einrichtung von neuen Lebens- und Nahrungsräumen für Honig- und Wildbienen und dem gleichzeitigen Verzicht auf zusätzliche Versiegelung wird zum Arten- und Naturschutz beigetragen.

 

Honigliebhaber, Welterbe-Besucher und Naturfreunde unterstützen durch den Kauf des Honigs mit 5€ pro Glas somit auch die Stadtnatur im Ruhrgebiet. Verkauft wird der Honig Mittwochs und Freitags immer von 10 - 17 Uhr in der NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet und im Cafe und Restarant "Die Kokerei" auf Zollverein. 

 

Im Rahmen dieses Projekt werten wir aber auch weiterhin unser Waldklassenzimmer auf, in dem unsere Bienen leben. Um unsere Besuchergruppen, Schulklassen und Kindergärten besser empfangen zu können, haben wir eine Infotafel erstellt, die erklärt was unsere Bienen machen, was passiert, wenn es keine Bienen mehr gibt und wie jeder einzelne dazu beitragen kann, etwas zum Bienenschutz beizutragen. Für die wilden Artgenossen haben wir ein Wildbienenhotel aufgestellt, das im Frühjahr hoffentlich bereits ausgebucht sein wird.

 

Ansprechpartner:

NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet

Im Welterbe 1,

45141 Essen

Telefon: 0201/ 294 640 40

E-Mail: Info@NABU-Ruhrgebiet.de

 

 

Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020

Gefiederter Liebesbote steht auf der globalen Roten Liste | Nur noch wenige Brutpaare in Nordrhein-Westfalen

Turteltaube (Streptopelia turtur) - Foto: NABU/Willi Mayer
Turteltaube (Streptopelia turtur) - Foto: NABU/Willi Mayer

Oktober 2019 - Sie ist ein Symbol für die Liebe, ihre Lebensbedingungen sind aber wenig romantisch: Die Turteltaube wurde vom NABU und seinem bayerischen Partner LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2020“ gewählt. Damit wollen die Verbände darauf aufmerksam machen, dass die Turteltaube stark gefährdet ist. „Seit 1980 haben wir fast 90 Prozent dieser Art verloren, ganze Landstriche sind turteltaubenfrei“, so Heinz Kowalski, NABU-Präsidumsmitglied. „Unsere kleinste Taube findet kaum noch geeignete Lebensräume. Zudem ist sie durch die legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum bedroht.“

 

Die Turteltaube ist der erste vom NABU gekürte Vogel, der als global gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste steht. Die meisten der höchstens 5,9 Millionen Paare Europas leben in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien. Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern. In Deutschland brüten heute nur noch 12.500 bis 22.000 Paare.

 

In Nordrhein-Westfalen leben vermutlich nicht einmal mehr als 1000 Brutpaare. „Die Turteltaube muss man heute in NRW suchen. War die Art früher flächendeckend im nordrhein-westfälischen Tiefland und teilweise auch im Bergischen vertreten, ist sie daraus heute nahezu komplett verschwunden“, erklärt Christian Härting, Sprecher des Fachausschuss Ornithologie im NABU NRW. Lediglich an Sonderstandorten wie den Sandlandschaften der Wahner Heide oder der Senne trifft man sie noch häufiger an. In NRW ist der Bestand seit den 1990er Jahren bis 2009 um 60% eingebrochen. Dieser Trend hat sich auch im letzten Jahrzehnt ungebremst fortgesetzt. In der Roten Liste der Brutvögel in NRW wird sie daher schon seit längerem als stark gefährdet eingestuft.

 

Die 25 bis 28 Zentimeter großen Vögel mit ihrem farbenfrohen Gefieder ernähren sich fast ausschließlich vegan. Sie bevorzugen Wildkräuter- und Baumsamen. Dem Jahresvogel schmecken Samen von Klee, Vogelwicke, Erdrauch und Leimkraut. Diese Pflanzen wollen Landwirte nicht auf ihren Feldern haben. Darum hat sich die Taube seit den 60er Jahren angepasst und ihre Nahrung umgestellt. Der Anteil von Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen macht nun in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets mehr als die Hälfte der Nahrung aus statt wie früher nur 20 Prozent. Im Gegensatz zu Wildkrautsamen stehen diese aber nur für kurze Zeit bis zur Ernte zur Verfügung und fehlen während der kritischen Phase der Jungenaufzucht.

 

Die Intensivierung der Landwirtschaft verschlechtert die Lebensbedingungen der Turteltauben enorm – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Jahresvögeln teilt. Die Ausweitung von Anbauflächen geht mit einem Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern einher. Damit verschwinden Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen. Viele Äcker werden außerdem mit Herbiziden von „Unkraut“ befreit. Doch von genau diesen Ackerwildkräutern ernährt sich die Turteltaube. Außerdem ist chemisch behandeltes Saatgut vergiftete Nahrung für die Tauben. Der NABU kämpft seit Jahren für eine EU-Förderung der Landwirtschaft, die Natur erhält statt sie zu schädigen.

 

Eine zusätzliche Bedrohung ist die Vogeljagd im Mittelmeerraum. „Wissenschaftler konnten nachweisen, dass die jährlich mehr als 1,4 Millionen in der EU legal geschossenen Turteltauben von der Art nicht mehr verkraftet werden können. Besonders skandalös: In manchen Ländern gilt das Schießen der stark gefährdeten Turteltauben als ,Sport‘ zum eigenen Vergnügen“, so Eric Neuling, NABU-Vogeschutzexperte. Gegen Spanien und Frankreich wurden im Juli bereits Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission wegen des schlechten Erhaltungszustands der Art eingeleitet. Gegen vier weitere EU-Länder liegen offizielle Beschwerden vor. Dies ist notwendig, obwohl auf einem Treffen aller Mitgliedsstaaten im Mai 2018 ein Aktionsplan zum Schutz der Europäischen Turteltaube verabschiedet wurde.

 

Um den gefiederten Liebesboten zu schützen, fordert der NABU Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit einer Petition (www.vogeldesjahres.de/petition) auf, sich neben einer verbesserten Landwirtschaftspolitik auch für das dauerhafte Aussetzen der Abschussgenehmigungen in den EU-Mitgliedstaaten einzusetzen.

 

Weitere Infos unter www.Vogel-des-Jahres.de oder www.LBV.de

 

Die Farbbroschüre „Vogel des Jahres 2020 – Die Turteltaube“, DIN A5, 50 Seiten gibt es im NABU-Shop unter www.NABU-shop.de sowie unter www.lbv-shop.de

Batnight 2019 - Internationale Nacht der Fledermäuse

Die letzten beiden Wochenenden im August stehen ganz im Zeichen der Fledermaus

Eine Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) - Foto: C. Bölke
Eine Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) - Foto: C. Bölke

23. August - Sie sind im Dunkeln unterwegs, zeigen sich nur selten, ihre waghalsigen Flugmanöver laufen völlig geräuschlos ab. Das ist es auch schon, was man normalerweise über Fledermäuse weiß. Wer mehr über die faszinierenden Flugakrobaten erfahren möchte, hat bei der 23. Internationalen Fledermausnacht „Batnight“ am letzten Wochenende im August wieder die Gelegenheit dazu.
 


Rund um das Wochenende vom 24. und 25. August organisieren NABU-Gruppen allein in Nordrhein-Westfalen rund 30 Veranstaltungen. Auf den zahlreichen Fledermaus-Exkursionen können sich Jung und Alt auf die Spur der flinken Flieger begeben. Dank einem kleinen Gerät, dem „Bat-Detektor“, werden sogar ihre Ortungsrufe hörbar. Die können menschliche Ohren normalerweise nicht wahrnehmen. Fledermausexpertinnen und -experten geben vielfältige Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse. „Sie unter sachkundiger Anleitung zu beobachten ist besonders spannend. Denn man muss schon genau wissen, wo man die Manöver der wendigen Flieger gut verfolgen kann“, sagt Carsten Trappmann, Sprecher des Landesfachausschusses Fledermausschutz im NABU NRW.
 
Die „Batnight“ wird vom Europäischen Büro für Fledermausschutz „Eurobats“ ausgerufen und in Deutschland vom NABU organisiert. Sie findet dieses Jahr zum 23. Mal statt. In mittlerweile über 35 Ländern markiert die Internationale Fledermausnacht den Höhepunkt des Fledermaussommers.
 

Alle Termine an diesem und nächstem Wochenende im Ruhrgebiet:


Dortmund
International Batnight - Fledermaus-Exkursion im Rombergpark
Wir bestimmen Fledermäuse mit Hilfe von „Bat-Detektoren“, auch mit unseren Ohren.
Termin: Samstag, 24. August, 20.30 Uhr
Treffpunkt: Torhaus Rombergpark
Veranstalter: NABU Dortmund, Leitung: Volker Heimel, Tel. 0177/3945512

Haltern
Expedition Düsterdille – Batnight in Haltern
Bei der Familienwanderung gibt es interessante Beobachtungen und Spiele rund um die in Haltern vorkommenden Fledermäuse. Mit dem Bat-Detektor lauschen wir den Fledermäusen und folgen ihnen auf ihrem zackigen Flug bei der Jagd nach Nahrung.
Termin: Samstag, 24. August, 19.30-21.30 Uhr
Treffpunkt: Haltern, Adresse: bei Anmeldung
Kosten: 9 € Erw./6 € Kind, NABU-Mitglieder 4 €/2 €
Veranstalter: NABU Haltern und NABU Marl,
Anmeldung: Christian Lynen, Tel. 02364/935330, info@nabu-halternamsee.de

Marl
Fledermäuse belauschen und sehen
Der NABU Marl informiert über das Leben der Kobolde der Nacht. Auf der Insel des Loemühlenteiches werden die Rufe der Fledermäuse mit Bat-Detektoren hörbar gemacht.
Termin: Samstag, 24. August, 19.30-21.30 Uhr
Treffpunkt: Loemühlenweg 221, Insel im Loemühlenteich, Marl
Kosten: 9 € Erw./6 € Kind/NABU-Mitglieder 4 €/2 €
Veranstalter: NABU Marl und NABU Haltern, Anmeldung: Erwin Gebauer, Tel. 02365/696795, info@nabu-marl.de

Essen
Fledermausexkursion am Halbachhammer im Nachtigallental
Auf einer Exkursion durch das NAchtigallental in Essen, möchten wir Ihnen die Welt der Fledermäuse näher bringen.
Termin: Samstag, 24. August, 21.30-23.30 Uhr
Treffpunkt: Halbachhammer im Nachtigallental, Altenau 12, 45149 Essen
Kosten: 5 €, Kinder frei
Veranstalter: Ruhr Museum und NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet
Leitung: Dr. Frauke Krüger und Stefan Jacob
Anmeldung: Besucherdienst Ruhr Museum,Telefon: 0201-24681-444, E-Mail: besucherdienst@ruhrmuseum.de

Batnight im Krayer Volksgarten
Familienaktion mit Basteln, Fledermausvortrag und Exkursion
Termin: Freitag, 30. August, 18.00-23.00 Uhr
Treffpunkt: Ottostraße 109, 45307 Essen, Kosten: 4,50 €
Veranstalter: NABU Ruhr + Naturschutzverein Volksgarten Kray,
Anmeldung: bis 28.08. unter info@naturschutzverein-volksgarten.de, Tel. 01522/7189478

Oberhausen
Batman auf der Spur – Fledermäuse im Revierpark Vonderort Oberhausen
Auf einer abendlichen Exkursion werden die heimischen Fledermausarten mit Taschenlampen sichtbar und mit dem Bat-Detektor hörbar gemacht.
Termin: Samstag, 31. August, 21.00-22.30 Uhr
Treffpunkt: Revierpark Vonderort, Oberhausen, Parkplatz am Waldhof, Bottroper Straße
Veranstalter: NABU Oberhausen und Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR),
Leitung: Silke Hingmann und Heiner Krebber

Kohlweißlinge und Distelfalter am häufigsten gezählt

NABU stellt Ergebnisse der Schmetterlings-Zählaktion in NRW vor | Die Meldungen der meisten Tagfalterarten sind geringer als in den Vorjahren

Der Distelfalter (Vanessa cardui) - Foto: Sarah Bölke
Der Distelfalter (Vanessa cardui) - Foto: Sarah Bölke

24. Juli – Bereits seit 5 Jahren ruft der NABU mit dem Projekt „Zeit der Schmetterlinge“, das in diesem Jahr von der Deutschen Postcode Lotterie gefördert wird, vom 15. Juni bis 15. Juli zum Zählen aller Tagfalter auf. Nun wurden wieder 4 Wochen lang die Schmetterlinge in NRW gezählt. Für eine Überraschung sorgte diesmal der Distelfalter: Das Schlusslicht der Vorjahre wurde in diesem Jahr am zweithäufigsten gemeldet und flog somit beinahe so oft durch die Gärten wie die Kohlweißlinge. Die Zahlen der anderen Tagfalterarten sind hingegen besorgniserregend niedrig.

Das Ergebnis im Detail: Mit 1650 Meldungen sind die Kohlweißlinge wieder die meist beobachteten und gemeldeten Tagfalter. Im Vergleich zu 2018 mit 13.000 Kohlweißling-Meldungen waren die weißen Falter allerdings viel seltener unterwegs. Auf dem zweiten Platz liegt in diesem Jahr überraschenderweise und erstmalig seit Beginn der Zählaktion der Distelfalter mit 1200 Meldungen. Dieser Wanderfalter ist somit die einzige Falterart der Zählaktion, die in diesem Jahr häufiger beobachtet werden konnte als 2018. Alle anderen Arten wurden deutlich seltener gesehen: Platz 3 belegt mit 1100 Meldungen das Große Ochsenauge. Je 500 Mal wurden die Braun-Dickkopffalter und der Schornsteinfeger gemeldet. Zitronenfalter (400), Bläulinge (350) und Admiral (250) sind ebenfalls deutlich seltener gesehen worden als im Vorjahr. Gleichauf liegen die Beobachtungszahlen von C-Falter und Tagpfauenauge: Mit jeweils 200 Meldungen liegen sie zusammen auf dem vorletzten Platz der Zählaktion. Das Schlusslicht bildet in diesem Jahr der Kleine Fuchs, er wurde nur knapp 100 Mal gemeldet. 


Die hohe Anzahl der Distelfalter lässt sich auf ein Naturphänomen zurückführen, welches etwa alle 10 Jahre zu beobachten ist. Wie zuletzt 2009 kam es in diesem Jahr zu einer Masseneinwanderung dieser Tagfalterart aus Ost und Südost. Der Grund hierfür lag in Saudi Arabien, hier hatten Raupenfutterpflanzen des Falters durch hohe Niederschlagsmengen wohl ein gutes Jahr. Daher konnten sich besonders viele Distelfalter entwickeln und sich nach ihrer Raupen- und Puppenphase dann über das östliche Mittelmeer, die Türkei und den Balkan auf den Weg nach Norden machen. Die lange Reise sah man den guten Fliegern auch an, sie waren blass und die Flügel wiesen deutliche Gebrauchsspuren auf. „Kein Wunder“, bestätigt Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des NABU-Landesfachausschusses Entomologie: „Die Distelfalter, die wir hier zählen konnten, hatten teilweise mehrere hundert Kilometer in wenigen Tagen zurückgelegt. Diese Falterart zeigt ein beeindruckendes Wanderverhalten, welches es ihr ermöglicht temporäre Nahrungshabitate optimal zu nutzen in dem sie ihnen einfach nachreist. Je nach Jahreszeit reicht das Nutzungshabitat daher von Island bis zur Sahelzone, es erstreckt sich also über ein Gebiet von 7000 Kilometern“.

Erschreckend gering sind dagegen die Meldungen der anderen Tagfalterarten in diesem Jahr: „Viele Teilnehmer berichten von auffallend wenigen Schmetterlingen im Garten und sind sehr besorgt, was den Bestand unserer heimischen Tagfalter betrifft“, so Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender des NABU NRW. Vor allem die kühle Witterung im Mai, aber auch die Dürre des letzten Sommers kommen hier als Gründe in Frage. Vermutlich sind besonders bei den Falterarten mit Spätsommergenerationen, wie dem Tagpfauenauge, ganze Generationen der Trockenheit zum Opfer gefallen, da die Raupenfutterpflanzen vertrocknet sind.

Untersuchungen der letzten Jahrzehnte belegen erschreckende Rückgänge nicht nur bei der Artenvielfalt, sondern auch bei der Menge der Insekten. Die Meldungen früherer Allerweltsarten wie dem Kleinen Fuchs gehen seit Jahren zurück und sind so gering wie nie zuvor. „Umso erfreulicher ist daher die Konsequenz, die viele Teilnehmer aus dieser Beobachtung ziehen: Sie möchten ihren Garten schmetterlingsfreundlich machen“, so Chwallek weiter. Wie genau das geht, welche Pflanzen Schmetterlinge besonders mögen, Beispielgärten und Porträts der 50 häufigsten Tagfalter, ist auf der Projekt-Homepage unter www.schmetterlingszeit.de. nachzulesen.

Mit der Zählaktion,  möchte der NABU NRW aufmerksam machen auf Schmetterlinge und möglichst viele Menschen dazu motivieren die Falter bei der Gestaltung von Garten und Balkon zu berücksichtigen: „Mit der Anpflanzung von heimischen Pflanzen, die Schmetterlinge als Raupenfutter und Nektarquelle nutzen können, kann jeder seinen Beitrag leisten“ so Chwallek.

Zählaktion „Zeit der Schmetterlinge“ hat begonnen

Vom 15. Juni bis 15. Juli wieder Admiral, Tagpfauenauge und Co zählen

Bläulinge und C-Falter, Tagpfauenauge und Admiral oder Zitronenfalter und Weißlinge: Welche Schmetterlinge fliegen durch Ihren Garten? Der NABU NRW möchte genau das nun wieder wissen und ruft im Rahmen des Projekts „Zeit der Schmetterlinge“ vom 15. Juni bis 15. Juli zum Zählen aller Tagfalter auf. Das in diesem Jahr von der Deutschen Postcode Lotterie geförderte Projekt findet landesweit bereits zum 4. Mal statt.

 

„Mit der Zählaktion möchten wir den Blick für diese vergleichsweise auffällige Gruppe der Insekten schärfen und auf ihre dramatische Situation aufmerksam machen“, erklärt Christian Chwallek, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte belegen erschreckende Rückgänge nicht nur bei der Artenvielfalt, sondern auch bei der Menge der erfassten Insekten. Zusätzlich zu diesen wissenschaftlichen Erhebungen setzt der NABU NRW auch auf die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern mit dieser „Citizen-Science-Aktion.

 

„Ziel ist es, über die Jahre hinweg Tendenzen zur Bestandsentwicklung einzelner Tagfalterarten erkennen zu können. Hierzu brauchen wir allerdings zahlreiche und möglichst flächendeckende Unterstützung aller Schmetterlingsfreunde in NRW“, so Chwallek weiter.


Zunächst ist aber spannend, ob auch in diesem Jahr die Kohlweißlinge die meist gemeldeten Falter in NRW sein werden oder wie häufig C-Falter und Distelfalter beobachtet werden können. Der NABU NRW bittet alle Schmetterlingsfreunde in Nordrhein-Westfalen, sich an der Zählaktion im Rahmen der „Zeit der Schmetterlinge“ zu beteiligen und ihre Beobachtungen zu melden. Gezählt werden kann überall, ob im eigenen Garten, an der Bushaltestelle oder im Schwimmbad. Empfehlenswert ist es, sich passende Pflanzen wie Blutweiderich, Wilden Majoran oder Natternkopf zu suchen und alle Falter, die sich dort zum Nektar trinken niederlassen, zu erfassen. Als Hilfe bei der Bestimmung hat der NABU NRW auf der Homepage über 50 Falterporträts eingestellt. Als weitere Erleichterung der Zählung und Bestimmung gibt es außerdem einen Zählbogen und alternativ die Möglichkeit, die Beobachtung direkt über das Online-Formular einzutragen. Alle Informationen und Hilfen stehen unter www.schmetterlingszeit.de bereit.


Die Beobachtungen können bis zum 22. Juli an den NABU NRW gemeldet werden. Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählbögen mit dem Stichwort „Zeit der Schmetterlinge“ entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des NABU NRW oder per E-Mail an Schmetterlingszeit@NABU-NRW.de geschickt werden.


Weitere Informationen zur Aktion unter www.schmetterlingszeit.de.

Umweltministerin Heinen-Esser besucht ehemalige Kokerei Hassel in Gelsenkirchen

Stadtteilpark und Artenschutzgebäude als Teil der "Grünen Infrastruktur" im Ruhrgebiet

Foto: S. Conrad
N. Büsing (LA Plus), O. Dresen (RAG MI), C. Chwallek (NABU NRW), K. Ruprecht (RAG MI), NRW-Umweltministerin U. Heinen-Esser, N. Scholpp (NABU NRW), U. Paetzel (Emschergenossenschaft), T. Schlüter (RAG MI), D. Kranich (Stadt Gelsenkirchen). Foto: S. Conrad

28. Mai - Wie "Grüne Infrastruktur" ganz konkret umgesetzt werden kann und wird, haben sich Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, gemeinsam mit Theo Schlüter, Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien GmbH und Christian Chwallek, dem stellvertretenden  Vorsitzenden des NABU NRW heute auf der Kooperationsfläche von NABU NRW und RAG Montan Immobilien in Gelsenkirchen-Hassel angeschaut.

 

Im Anschluss an den Besuch wurde noch der Niederfeldsee Essen besucht. „Die beiden Projekte Stadtteilpark Hassel und Niederfeldsee Essen zeigen einmal mehr, wie kreativ die Menschen im Ruhrgebiet unsere Grüne Infrastruktur angehen. Ich hoffe, dass viele Städte den positiven Beispielen folgen werden“, erklärte Ministerin Heinen-Esser. 

 

„Industriegelände, Brachen und Bergehalden haben sich zu wichtigen Rückzugsgebieten für viele rote Liste Arten entwickelt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW, Christian Chwallek. 

 

In Gelsenkirchen entsteht der Stadtteilpark Hassel auf einer 36 Hektar großen Fläche der stillgelegten Kokerei Hassel. Im Nordosten des Stadtteilparks wird das ehemalige Stellwerk zu einem Artenschutzgebäude umgewandelt.  Der Park und das Artenschutzgebäude sollen im Frühjahr 2020 eröffnen. Auf diese Weise wird das Areal einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas leisten, das Wohnumfeld aufwerten und zum Erhalt der Biodiversität und zum Artenschutz beitragen. Neben der naturschutzfachlichen Beratung, entwickelt der NABU NRW das Artenschutzgebäude im Rahmen der Kooperation mit der RAG Montan Immobilien GmbH zusammen mit der Landschaftsagentur Plus, der finanziellen Unterstützung der NRW-Stiftung und mit der fachlichen Begleitung durch die NABU Ortsgruppen Gelsenkirchen und Ruhr und des LFA Fledermausschutz.

 

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: „Der Stadtteilpark Hassel zeigt, wie vielfältige Funktionen der Grünen Infrastruktur kombiniert und auf ehemaligen Flächen der Montanindustrie erbracht werden können.“ 

 

Ziel der Landesregierung ist es, die Grüne Infrastruktur in der Metropolregion Ruhr auszubauen und aufzuwerten. Dies ist ein Baustein der Ruhrkonferenz. Sie wurde von der Landesregierung initiiert, um die Entwicklung des Ruhrgebiets zu einer erfolgreichen Metropolregion zu forcieren. Umweltministerin Heinen-Esser und Prof. Dr. Paetzel moderieren gemeinsam das Themenforum „Grüne Infrastruktur Metropolregion Ruhr“.

 

Zwischenergebnisse der "Stunde der Gartenvögel"

Spatzen auch in Nordrhein-Westfalens Gärten wieder an der Spitze - Mauersegler und Mehlschwalben dagegen im Sinkflug

Haussperling - Foto: NABU/Hartmut Mletzko
Haussperling - Foto: NABU/Hartmut Mletzko

15. Mai – Spatzen top, Insektenfresser flop – das ist kurzgefasst das Zwischenergebnis der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“, die am vergangenen Wochenende bundesweit stattgefunden hat. Bis Mittwoch hatten über 60.000 Vogelbegeisterte aus mehr als 41.000 Gärten und Parks über 1,3 Millionen Vögel an den NABU gemeldet. Allein in Nordrhein-Westfalen zählten über 12.000 Vogelfreunde mehr als 256.483 Vögel in rund 8.600 Gärten. Damit deutet sich ein neuer Teilnahmerekord bei Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmach-Aktion an. Noch bis zum 20. Mai können Vogelzählungen per Internet, App oder per Post an den NABU übermittelt werden.

Das Highlight ist das Spitzenergebnis für den Haussperling. Es liegt sechs Prozent über dem des Vorjahres. Damit erreicht diese Art bundesweit ihr bestes Ergebnis in 15 Jahren Stunde der Gartenvögel“, so Heinz Kowalski, stellv. Landesvorsitzender des NABU NRW. „Die Spatzen haben vom Rekordsommer 2018 eindeutig profitiert.“ Auch der Feldsperling hat gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent zugenommen und wird damit nach 2016 sein zweitbestes Ergebnis in der Geschichte der „Stunde der Gartenvögel“ erreichen. Die Naturbegeisterten des NABU freuen sich besonders über die positive Entwicklung der beiden Spatzenarten. Denn starke Rückgänge in den Jahrzehnten vor Beginn der NABU-Zählaktion hatten dafür gesorgt, dass beide Arten bis heute in der Vorwarnkategorie der Roten Liste deutscher Brutvogelarten stehen. Davon können sich die Spatzen heute offensichtlich etwas erholen.

Schlecht sieht es dagegen für Mauersegler und Mehlschwalben aus. „Die Zahlen für diese beiden Arten sind katastrophal“, sagt Kowalski. „Beide erreichen die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse bisher. Aufgrund der Wetterlage mit Kaltluft aus dem Norden verzögert sich offenbar die Ankunft eines Teils der Mauersegler und Mehlschwalben. Leider fügen sich die diesjährigen Ergebnisse aber nahtlos in eine Reihe abnehmender Zahlen aus den Vorjahren – egal ob warmes oder kaltes Maiwetter herrschte. Wir haben es daher wohl mit einem tatsächlichen deutlichen Rückgang zu tun. Das Fehlen der Fluginsektennahrung und das Verschwinden von Brutnischen an Gebäuden sind wahrscheinlich die Ursachen.“

Beim Sorgenkind Amsel zeigt sich wie erwartet ein starker Rückgang. Bundesweit wurden elf Prozent weniger Amseln gesichtet. „In Hamburg und Bremen, wo die tödliche Krankheit Usutu 2018 erstmals auftrat, wurden sogar über 40 Prozent weniger Amseln als im Vorjahr gemeldet“, so Kowalski. „Das deutet darauf hin, dass die Viruserkrankung mit für den Rückgang verantwortlich ist.“ In Nordrhein-Westfalen sind die Amselbestände nach erneutem Usutu-Ausbruch in 2018 ebenfalls im Bestand zurückgegangen. „Auch wenn der Amselbestand wie erwartet gegenüber dem Vorjahr hat Federn lassen müssen, sind Amseln immer noch in über 90 Prozent unserer Gärten zuhause“, erklärt Kowalski. Deutliche Abnahmen zeigten sich in NRW zudem bei weiteren typischen Insektenfressern wie der Singdrossel, der Bachstelze, der Rauchschwalbe, dem Zilpzalp und der Mönchsgrasmücke.

Eine kleine Sensation deutet sich bundes- wie landesweit beim Rotkehlchen an. Es wird mit einem Plus von 20 Prozent sein zweitbestes Ergebnis nach 2006 erzielen. Warum dieser Gartenvogel so häufig zur „Stunde der Gartenvögel“ gesichtet wurde, ist jedoch vorerst unklar.

NABU-Pflanzentauschbörse auf dem Mechtenberghof

Trotz regnerischem Aprilwetter war wieder viel los bei der Pflanzentauschbörse

27. April - Am Wochenende fand wieder die NABU-Pflanzentauschbörse auf dem Mechtenberghof in Essen statt. Bereits zum 8. Mal standen der NABU Bochum, der NABU Gelsenkirchen, der NABU Ruhr und die NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet für alle Fragen rund um Pflanzen, Gärten und natürlich auch die Arbeit und Projekte des NABUs zur Verfügung.

 

 

Trotz einiger starker Regenfälle haben sich wieder viele Menschen mit  Pflanzen aus dem Garten auf den Weg zu uns gemacht. Es wurde reichlich getauscht: Von Pechnelken, über das Gefleckte Lungenkraut und gelbe Schlüsselblumen bis hin zur Wilden Karde und Roten Lichtnelke, war alles dabei, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Auch Tomaten-, Gurken- und Zucchinipflanzen wurden zum Tauschen mitgebracht und fanden einen neuen Garten. 

 

Einige Besucherinnen und Besucher wurden auch selber aktiv und bauten Nistkästen für Stare und Meisen. Erstmalig konnten auch Nisthilfen für Wildbienen selber hergestellt werden. Das NABU-Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ gab außerdem Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten und hatte viele Pflanzen für Schmetterlinge im Gepäck: Wilde Möhre, Blutweiderich, Disteln, Thymian, Oregano und viele andere Arten, die gerne von Schmetterlingen aufgesucht werden. Mit ihrem Vortrag „Naturnahe Elemente in den Garten integrieren“, gab Dorothea Schulte von Naturgarten e.V. viele gute und leicht umsetzbare Tipps wie man im Garten etwas für Insekten, Vögel, Igel und Co tun kann. Auch die naturkundliche Exkursion rund um das Hofgelände mit Bernhard Demel vom NABU Ruhr wurde gerne angenommen. Hierbei konnte der Experte über zahlreiche interessante Pflanzen erzählen und diese auch auf dem Gelände des Bauernhofs zeigen. 

 

Bei einer Tasse heißem Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen im Hofcafé, konnte man über den Regen und die Kälte auch hinweg sehen. Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

 

So werden Garten und Balkon zum Paradies für Vögel und Insekten

Auch auf wenig Fläche kann man viel für Tiere in der Stadt tun

 Im Frühling summt und brummt es überall – zumindest war das früher einmal so. Heute freut man sich über den Anblick einzelner Zitronenfalter, ein Aurorafalter oder Bläuling ist schon eine Besonderheit und auch Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen bekommt man nicht mehr in großen Mengen zu Gesicht. Aber da, wo keine Insekten mehr fliegen, haben es natürlich auch die Vögel schwer. So finden sie kaum noch genügend Nahrung, um den Nachwuchs groß zu ziehen. Der NABU NRW gibt Tipps, mit denen fast jeder Garten oder Balkon mit wenig Aufwand insekten- und vogelfreundlich gestaltet werden kann.

 

„Manchmal ist weniger mehr“, sagt Karl-Heinz Jelinek vom Fachausschuss Entomologie des NABU NRW. „Vielen Gärten und damit auch seinen tierischen Bewohnern wäre schon viel geholfen, wenn auf den Einsatz von Pestiziden und künstlichem Dünger verzichtet, die ein oder andere unordentliche Ecke im Garten geduldet und der Einheitsrasen zumindest zum Teil in eine Blumenwiese verwandelt würde.“ Und das sei einfacher als gedacht. So sei jetzt zum Beispiel die richtige Zeit den Rasen von Moos zu befreien und in die entstandenen Lücken Wildblumenmischungen zu streuen. Die sollten dann nicht vom Discounter stammen, da sich darin häufig nicht heimische Arten befänden, die zwar hübsch bunt aussehen, aber den heimischen Insekten wenig helfen. Besser sei hier regionales Saatgut mit den typischen heimischen Arten. „Solche Blumenwiesen machen dann auch weniger Arbeit, weil sie nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden müssen“, so Jelinek weiter.

 

Bei der Anlage von Staudenbeeten sollte man ebenfalls auf heimische Arten zurückgreifen. Wichtig sei es dabei die verschiedenen Blühzeiten zu berücksichtigen und so möglichst ein ganzjähriges Nahrungsangebot zu schaffen. Ein Staudenbeet kann so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die man in Wildstaudengärtnereien bekommt. Möglichst vermeiden sollte man den Einsatz von ´gefüllten Blütenpflanzen´. Bei diesen Pflanzen ist es züchterisch so gewollt, dass die Staubblätter auch Blütenblätter sind, sie bieten also nur Farbe. In diesen „gefüllten Blüten“ finden Bienen dann keinen Pollen und Nektar mehr. In Baumärkten und Gärtnereien sollte man daher darauf achten, nur blühende Pflanzen auszuwählen, an denen Bienen zu sehen sind. Auch wer nur Frühjahrsblüher kauft, hat im Sommer nichts Blühendes mehr für Bienen und Schmetterlinge. 

 

In der wärmeren Jahreszeit und vor allem bei längerer Trockenheit danken es sowohl Insekten als auch Vögel, wenn man eine Wasserstelle anbietet. Hier finden sich nicht nur Amseln und Meisen zum Baden oder Trinken ein, auch Schwebfliegen, Wildbienen und Co. nutzen diese Wasserquellen an heißen Tagen. Ist die Nahrungsgrundlage geschaffen, lohnt es sich auch Nistkästen für Kohl-, Blaumeisen und Haussperlinge an Bäumen bzw. an der Hauswand anzubringen. Jelinek: „Wer dann noch ein Insektenhotel und als Ergänzung offene, sandige Bodenbereiche für Sandbienen und andere Solitärbienen anbietet, bei dem wird es im Garten bald summen und brummen.“

 

Um Insekten und Vögeln zu helfen, braucht man aber nicht unbedingt einen Garten. Auch auf Balkon und Fensterbrett kann jeder etwas für die Tiere in der Stadt tun. "In Deutschland gibt es viele Millionen Balkone und Terrassen. Da kommt viel Fläche zusammen, die wertvoll für Wildbienen, Schmetterlinge, Meisen und Spatzen sein kann", so der NABU-Schmetterlingsexperte. Und viele Tipps für den Garten lassen sich im Kleinen auch für den Balkon umsetzen.

 

Mehr Tipps zum insektenfreundlichen Garten unter www.schmetterlingszeit.de

Die ersten Schwalben kehren nach NRW zurück

Nistquartiere und ´Lehmtankstellen´ sorgen für guten Start ins Brutgeschäft

Rauchschwalbe - Foto: NABU/Ingo Ludwichowsky
Rauchschwalbe - Foto: NABU/Ingo Ludwichowsky

 5. April - Erste Rauchschwalben wurden bereits in Nordrhein-Westfalen gesichtet. Bis Ende April werden auch die Mehlschwalben  hier eintreffen. Als sogenannte Kulturfolger leben Rauch- und Mehlschwalben in unmittelbarer Nähe des Menschen und bauen ihre Nester an und in Gebäuden. Doch von Jahr zu Jahr werden es weniger. Eines der Hauptprobleme: Es wird für die gefährdeten Glücksboten immer schwieriger geeignete Brutquartiere zu finden. Deswegen ruft der NABU NRW Bürgerinnen und Bürger dazu auf, bestehende Brutquartiere der Schwalben zu erhalten, geeignete Nistmöglichkeiten zu schaffen und ´Lehmtankstellen´ anzubieten.

Wenn die Langstreckenzieher jetzt im April nach Tausenden Flugkilometern aus Afrika in ihre nordrhein-westfälischen Brutgebiete zurückkehren, erleben die ortstreuen Schwalben häufig eine böse Überraschung: Früher genutzte Viehställe sind verschwunden oder verschlossen, ihre Nester wurden von Hauswänden entfernt oder Netze und Stacheln hindern sie am Anflug an ihre Brutplätze. Dabei sind nicht nur die Schwalben, sondern auch ihre Nester durch das Bundenaturschutzgesetz geschützt – selbst im Winter, wenn die Zugvögel im Winterquartier sind.

Ein weiterer Engpass besteht bei geeignetem Material für den Nestbau. Beide Schwalbenarten bauen ihre Nester in mühevoller Kleinarbeit aus über Tausend kleinen Kügelchen aus Lehm, Ton oder Schlamm. Dafür benötigen sie Lehmpfützen, die angesichts immer mehr befestigter Wege und Hofplätze ebenfalls Jahr für Jahr weniger werden.

Neben dem Verlust und der Zerstörung von Brutplätzen bekommen die Vögel auch den Schwund an Insekten zu spüren. Als Insektenfresser, die sich fast ausschließlich von kleinen, fliegenden Insekten wie Mücken, Läusen und Fliegen ernähren, die sie im Flug erbeuten, sind sie besonders während der Aufzucht der Jungen auf große Mengen dieser Fluginsekten angewiesen. Ausgedehnte Jagdgebiete mit artenreichen Wiesen und vielen Insekten werden aber in einer intensiv genutzten Landschaft und durch den Einsatz von Giften immer seltener - in Städten wie auch auf dem Land.

So sind die Bestände sowohl der Rauch- als auch der Mehlschwalbe seit mindestens 30 Jahren stark rückläufig. Beide Schwalbenarten stehen heute in Nordrhein-Westfalen in der Kategorie 3 als gefährdet auf der Roten Liste.

Aber es gibt noch viele Menschen, die die Gesellschaft der Schwalben wie in Sprichwörtern überliefert auch heute noch zu schätzen wissen und die Vögel in oder an ihren Häusern willkommen heißen. Der NABU NRW zeichnet diese Menschen seit einigen Jahren für den aktiven Artenschutz am Haus und ihre Toleranz aus. Auch in diesem Jahr können sich Schwalbenfreunde für eine Auszeichnung beim NABU bewerben.

 

 

Weitere Informationen zur NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ und zur Hilfe für Schwalben gibt es unter: www.nabu-nrw.de/schwalbenschutz

Die Amphibienwanderung hat begonnen

Auch im Ruhrgebiet bauen und betreuen viele NABU-Gruppen wieder Krötenschutzzäune

NABU-Aktive beim Bau eines Schutzzaunes - Foto: Sarah Bölke
NABU-Aktive beim Bau eines Schutzzaunes - Foto: Sarah Bölke

 

 

 

8. März 2019 – Mindestens 5°C in der Nacht und Regen – dann fällt der Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Der NABU bittet Autofahrer deshalb wieder, Rücksicht zu nehmen auf wandernde Kröten, Frösche und Molche.

„In allen Teilen von NRW wachen nun Erdkröten und Grasfrösche aus ihrer Winterstarre auf und machen sich zu 100.000en auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. Nicht selten kommen an einem Teich mehrere 1.000 Tiere an“, sagt Monika Hachtel, Sprecherin des Landesfachausschusses Amphibien und Reptilien des NABU NRW.

 

Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen Kröten, Frösche und Molche oftmals Straßen überqueren. „Eine Erdkröte benötigt rund 20 Minuten um eine sieben Meter breite Straße zu überqueren“, so Hachtel weiter. Der NABU bitte deshalb Autofahrer, in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf liebestrunkene Lurche zu nehmen. Überall, wo Amphibien unterwegs seien, sollte man nicht schneller als Tempo 30 fahren, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden.

 

 

Auch für die ehrenamtlichen Naturschützer beginnt nun in ganz Nordrhein-Westfalen die Wandersaison. Viele NABU-Gruppen betreuen mobile Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten.Insgesamt werden einige 100 Krötenzaunanlagen in NRW von aktiven Krötenschützern betreut „Bei entsprechender Witterung heißt es nun, täglich die Krötenzäune abzugehen, die sich in Eimern sammelnden Amphibien zu zählen und sie über die Straße zu tragen“, so die NABU-Amphibienschützerin. Wer beim Krötenretten mitmachen möchte, könne sich an die örtliche NABU-Gruppe wenden. Mithelfer seien immer gerne willkommen.

 

Auch der NABU Oberhausen, NABU Ruhr, NABU Unna, NABU Haltern und NABU Marl betreuen Krötenzäune. Wer mithelfen möchte kann sich gerne bei den einzelnen Ortsgruppen melden. Eine Übersicht über alle Krötenzäune finden Sie hier: Übersicht über die landesweiten Krötenzäune

 

Gemeinsam auf dem Weg zu einem artenreichen Emscher-Tal

Emschergenossenschaft und NABU NRW wollen künftig enger miteinander kooperieren

Der Letter of Intent ist unterzeichnet - Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) und Josef Tumbrinck (Landesvorsitzender NABU NRW)  vor der Kulisse der neuen Emschermündung am Rhein bei Dinslaken - Foto: Celina Janin Winter/EGLV
Der Letter of Intent ist unterzeichnet - Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) und Josef Tumbrinck (Landesvorsitzender NABU NRW) vor der Kulisse der neuen Emschermündung am Rhein bei Dinslaken - Foto: Celina Janin Winter/EGLV

23. Januar - Vom Abwasserfluss zu einer neuen, artenreichen Flusslandschaft – Emschergenossenschaft und NABU NRW wollen diesen Weg gemeinsam gehen: Dazu wurde in dieser Woche eine Absichtserklärung auf dem Hof Emschermündung in Dinslaken unterschrieben. Diese Absichtserklärung ist Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer festen Kooperationsvereinbarung zwischen Emschergenossenschaft und NABU NRW.

 

2021 wird das Hauptanliegen des Emscher-Umbaus, die Befreiung der Emscher und ihrer Nebenläufe von Schmutzwasser, weitestgehend erreicht sein. Damit biegt das bedeutendste Infrastrukturprojekt des Strukturwandels im Ruhrgebiet auf die Zielgerade ein.

 

„Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern den Wert von und den Umgang mit renaturierten Bächen und Flussläufen vermitteln. Dazu werden wir beispielsweise gemeinsame Informationsveranstaltungen, Diskussionsrunden oder „Expeditionen ins Emscherland“ durchführen“, sagt Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU NRW. „Zudem beraten wir über mögliche Maßnahmen zum Artenschutz auf den Flächen und an den Betriebsgebäuden der Emschergenossenschaft. Hierbei soll die Initiative der Emschergenossenschaft gegen das Insektensterben mithilfe insektenfreundlicher Regiosaaten auf eigenen Flächen mit einbezogen werden.“

 

Emschergenossenschaft und NABU NRW beabsichtigen, u.a. in Themenbereichen wie Umweltbildung, Flächenentwicklung, Beratung und Begleitung von Bauprojekten sowie Begleitung von Renaturierungsvorhaben zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wollen sich die Partner auch gegen Privatisierungstendenzen engagieren. „Wir glauben, dass das Management natürlicher Ressourcen nicht den freien Kräften des Marktes unterworfen werden darf. Insbesondere im Bereich Wasser- und Flussgebietsmanagement setzen wir uns daher gemeinsam für die Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorge und gegen Privatisierungstendenzen in diesem Sektor ein“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

 

Verdreifachung der Artenzahl

Seit 1990 hat sich die Artenzahl der in der Emscher und ihren Zuläufen lebenden wirbellosen Tierarten (wie z.B. Muscheln, Schnecken, Krebstiere, Insekten) verdreifacht. Bei Untersuchungen der Emschergenossenschaft wurden weit über 400 Arten dieser Kleintiere nachgewiesen. Rund ein Fünftel dieser wirbellosen Tiere steht in den Roten Listen vom Aussterben bedrohter oder gefährdeter Tierarten. Um diese „Rückeroberung“ des Emschergebietes flächendeckend zu beobachten, zu unterstützen und die vielfältigen Potenziale des Emscher-Umbaus für die Region zu erschließen, ist die Emschergenossenschaft auf die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger sowie der in der Region aktiven Akteure und Vereine angewiesen. „Der Erfolg eines solch großen Projekts zur ökologischen Aufwertung eines Flusssystems setzt die enge Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in der Region voraus. Auf die Kooperation mit dem NABU freue ich mich bereits“, so Paetzel weiter.

 

Mitmach-Aktion: Die „Stunde der Wintervögel" 2019

NABU ruft wieder landesweit zur Wintervogelzählung auf

Weidenmeise - Foto:NABU/Alexander Erdbeer
Weidenmeise - Foto:NABU/Alexander Erdbeer

Bereits zur 9. „Stunde der Wintervögel“ rufen der NABU und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom

4. bis zum 6. Januar 2019 auf. Dann heißt es wieder: Ran an die Ferngläser und Ohren gespitzt. Diese Winterzählung dürfte für einige Überraschungen gut sein. Durch den warmen Sommer tragen heimische Bäume und Sträucher in diesem Jahr besonders viele Früchte. Die Wintervögel finden in Wald und Flur also einen reich gedeckten Tisch vor. Ob sie trotzdem in die Gärten kommen, hängt auch vom Winter ab. Ist dieser reich an Schnee und richtig kalt, suchen die Vögel eher im Siedlungsbereich nach Nahrung.

 

Bei Deutschlands größter Mitmachaktion kann jeder eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachten, zählen und das Ergebnis dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

 

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. An der Zählung im Januar vor einem Jahr haben in Nordrhein-Westfalen rund 26.000 Vogelfreundinnen und -freunde teilgenommen und fast 634.000 Vögel gemeldet. Auf die Spitzenplätze flatterten Kohlmeise, Haussperling und Blaumeise. Die weitere Auswertung der gemeldeten Daten durch den NABU lässt zudem Schlussfolgerungen über die Entwicklung der Vogelbestände zu.

 

Mehr zur „Stunde der Wintervögel 2019“ finden Sie hier

Zur Online-Meldung geht es hier

Das aktuelle Titelmotiv wurde uns freundlicherweise von Jürgen Pern  (NABU Ruhr) zur Verfügung gestellt.

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Foto: Oliver Häckel
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